Story- und Stilentwicklung

„Das letzte Land“ spielt in einem fernen Zeitalter und handelt doch von Dingen, die uns heute vollkommen präsent sein können: Ausbruch, Suche und Ziellosigkeit - es geht um die Irrfahrt von zwei einsamen Menschen. Ganz am Anfang der Stoffentwicklung aber stand bloß ein einzelnes, bestimmtes Bild: Zwei oder drei ausgemergelte Personen in einem engen Raumschiffcockpit – aber lieber nicht ganz so trashig wie in John Carpenters „Dark Star“ (1974), nicht so steril wie auf der Enterprise, nicht so humorlos wie in „Solaris“ (1972) aber auch nicht so leichtfüßig wie in „Krieg der Sterne“ (1977).

Daneben entstand im Zuge ganz unterschiedlicher Filmerfahrungen, etwa durch Werner Herzogs „Aguirre – der Zorn Gottes“ (1972) oder Franklin J. Schaffners „Papillon“ (1973), eine völlig andere Idee zu einem Film über drei Psychotiker, die versuchen, ohne Sinn und Verstand eine Wüste zu durchqueren. Was aber wäre, wenn ihre Wüste ein Weltall wäre und sie tatsächlich zu den letzten Menschen gehörten anstatt dies nur zu glauben? Ihre Oase wäre ein spärliches Raumschiff, in dem sie einige, aber nicht alle Zeit überleben könnten. Hätten sie außerdem noch etwas, das sie geheimnisvoll anzieht, und noch etwas anderes, das sie beängstigend abstößt, so erhielten sie den Drall eines guten, alten Abenteuers, etwas zwischen Flucht und Schatzsuche.

Allmählich ist schließlich die Welt, die Stimmung, der Stil von „Das letzte Land“ entstanden – als Konzept. Die Figuren sollen ihre Hände benutzen wie Brody, Hooper und Quint in Spielbergs „Der weiße Hai“ (1975) und ihre Köpfe wie Kris Kelvin in Tarkowskijs „Solaris“. Das Schiff soll ein Temperament haben, als sei es in der selben Werft gebaut worden wie der Millenium Falke aus „Krieg der Sterne“, und so schmutzig und verstiegen sein, als sei es schon so lange Zeit unterwegs wie die Nostromo in „Alien“ (1979). Die Reise soll zermürbend sein wie die Fahrt auf dem Nung River in „Apocalypse Now“ (1979) und unbegreiflich wie die Mission zum Jupiter in „2001 – Odyssee im Weltraum“ (1969).


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